Wurzelkanalbehandlung

Ist der Nerv eines Zahns entzündet, heißt das nicht, dass der Zahn verloren ist. In den meisten Fällen lässt er sich erhalten – und das ist fast immer die bessere Lösung.

Warum sich der Aufwand lohnt

Ein eigener Zahn ist durch nichts vollwertig zu ersetzen – auch nicht durch ein Implantat. Er sitzt in seinem Knochen, hält ihn durch die Kaubelastung in Form und hat ein Gefühl für Druck, das kein Ersatz mitbringt. Deshalb versuchen wir zuerst, ihn zu retten, selbst wenn das aufwendiger ist, als ihn zu ziehen.

Das gilt auch für schwierige Fälle: stark gekrümmte Kanäle, zusätzliche Kanäle, bereits behandelte Zähne, die erneut Beschwerden machen. Solche Behandlungen führen wir selbst durch.

Tut das weh?

Das ist die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Der Ruf der Wurzelbehandlung stammt aus einer Zeit, in der die Betäubung schlechter war als heute.

Wehgetan hat in aller Regel das, was vor der Behandlung war – die Entzündung selbst. Behandelt wird in örtlicher Betäubung. Wenn Sie währenddessen etwas spüren, sagen Sie Bescheid; dann betäuben wir nach, bevor es weitergeht. Darauf legen wir großen Wert.

In den Tagen danach kann der Zahn beim Zubeißen noch empfindlich sein. Das legt sich.

Wie wir arbeiten

Wurzelkanäle sind selten gerade. Wir reinigen sie mit maschinell angetriebenen Feilen aus einer besonders flexiblen Nickel-Titan-Legierung, die dem natürlichen Verlauf des Kanals folgen, statt ihn zu begradigen. Der Motor passt seine Bewegung dabei laufend an den Widerstand im Kanal an.

Für Sie heißt das: weniger Substanzverlust und eine gründlichere Reinigung gerade dort, wo es eng und gekrümmt wird. Wir arbeiten mit dem System HyFlex EDM am Jeni-Motor von Coltene.

Wenn das Röntgenbild nicht genügt

Auf einer normalen Aufnahme liegen die Wurzeln flach übereinander. In manchen Fällen genügt das nicht – wenn unklar ist, wie viele Kanäle ein Zahn hat, wenn es viele sind oder wenn sie stark gekrümmt verlaufen. Dann machen wir eine dreidimensionale Aufnahme mit unserem eigenen DVT und sehen vor der Behandlung, worauf wir uns einstellen müssen, statt es unterwegs herauszufinden.

Die gesetzlichen Kassen übernehmen eine solche Aufnahme nicht. Wir schlagen sie deshalb nur vor, wenn sie für Ihren Zahn tatsächlich einen Unterschied macht – dann aber gern, weil sich die Behandlung damit genauer planen lässt.

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Der Ablauf: je nach Befund ein bis drei Termine

Wie viele Sitzungen nötig sind, entscheidet der Befund. Manche Zähne lassen sich in einer Sitzung abschließen, andere brauchen mehrere – das besprechen wir vorher mit Ihnen.

Erster Termin. Der entzündete Nerv wird entfernt, die Kanäle werden gereinigt und desinfiziert. Ist der Befund dafür geeignet, können sie bereits in dieser Sitzung abgefüllt werden. Andernfalls erhält der Zahn eine medikamentöse Einlage und wird provisorisch verschlossen.

Weitere Termine, wenn nötig. Wir prüfen, ob der Zahn beschwerdefrei geworden ist. Ist er es nicht, wird die Einlage erneuert – abgefüllt wird erst, wenn Ruhe eingekehrt ist.

Abschluss. Die Kanäle werden dicht abgefüllt und der Zahn verschlossen. Danach besprechen wir, wie er dauerhaft versorgt wird – nach einer Wurzelbehandlung ist ein Zahn spröder und braucht häufig eine Teilkrone oder Krone. Mehr zum Zahnersatz

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0951 290804

Bei Schmerzen rufen Sie bitte an, statt abzuwarten. Je früher wir den Zahn sehen, desto besser stehen die Chancen, ihn zu erhalten.